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Hier eine wahre Begebenheit von Z6.

Ich bin dort als Smutje von 1964-1967 gefahren.

Es war ein Mittwoch auf See. An das genaue Datum kann ich mich nicht mehr erinnern. Unser Bäcker(HG Kratzke)hatte sich im Laufe des Tages beim Vorbereiten des Mittagessens an einem Finger verletzt. Am Abend sollte der Seemannssonntagskuchen gebacken werden. Geplant war Butterkuchen oder Streuselkuchen. Also Hefeteig kneten. Um der Hygiene zu genügen hatte sich K. einen sogenannten Fingerling(fleischfarben) an seinem verletzten Finger übergestreift.
Der Hefeteig wurde also kräftig durchgeknetet. Plötzlich bemerkte unser Bäcker das der Fingerling fehlte. Ich kam gerade vom Getränke holen zurück(die Offz-Pantry war immer besetzt), helle Aufregung in der Kombüse!!!
Der Teig wurde von den anwesenden Smuts in kleine Stücke zerlegt - es wurde kein Fingerling gefunden. Es musste eine Entscheidung her. Entweder alles über Bord (es war um Mitternacht und wir nicht mehr nüchtern) oder backen und hoffen das wir den Fingerling beim Portionieren finden. Ich entschied "backen"! Am nächsten Tag großes Zittern. Der Fingerling wurde beim Portionieren nicht gefunden, sondern ein Heizer erschien aus der Maschine, grün im Gesicht und hatte den Fingerling zwischen den Zähnen. Für Ihn war der Seemannssonntag gelaufen.
Gott sei Dank ist dieses Stück Kuchen nicht auf der Brücke gelandet.

 

Gruß W. Voigt