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Auf allen Schiffen der Meere weiß man, dass die wichtigsten Personen an Bord die beiden K's sind: Koch und Kapitän/Kommandant, genau in dieser Reihenfolge. Unsere Smuts auf Z3 (1963) waren einfach Spitze. Insbesndere bei Seegang: Je heftiger der Seegang, desto besser die Verpflegung. Das hing sicher mit ihrem Ehrgeiz zusammen (jetzt erst recht.....) aber wohl auch damit, dass die Anzahl der Esser im umgekehrten Verhältnis zur Heftigkeit der See stand. Da konnten die Smuts wahrscheinlich so richtig Qualität aus den Vorräten holen ohne den Etat zu überschreiten.

Unser Geschwader nahm an einem Nato-Manöver teil: Nordsee, Biskaya und diese Gegend. Gut die Hälfte der Besatzung war mehr oder weniger seekrank. Der Kommandant liess per Morselampe bei seinem Kollegen von Z1 nachfragen, was es denn dort heute zu essen gäbe. Nach einer längeren Pause kam die Antwort: "Wir haben technische Probleme in der Kombüse. Es wurde Schokolade ausgegeben." Als Antwort liess unser Kommandant unsere "Menü-Karte" rübersignalisieren. Zurück kam die Antwort: "Herzlichen Glückwunsch!" Das sprach sich schnell bei uns an Bord herum, und unsere Smuts waren mächtig stolz.

Werden Smuts denn nie seekrank? Doch, und wie! Bei dem "Klima" in der Kombüse: Hitze, Dampf, Essensgerüche - wen wundert's! Aber sie konnten damit umgehen: Leerer Marmeladeneimer, leicht flach gedrückt und mit dem Henkel um den Hals gehängt. Wenn es losging: Schnell zur Seite gedreht, hinein damit, raus mit dem Eimer, geleert und ausgespült, erledigt. Nach kurzer Hand- und Gesichtswäsche ging es wieder an die Arbeit.

Meine Hochachtung!

Uwe Hecht