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Es war auf der Rückfahrt von unseren wöchentlichen Ausbildungsfahrten in der Ostsee, es muss so gegen 20.30h gewesen sein. Wir waren querab Kiel Leuchtturm, ich hatte Freiwache und stand an Oberdeck.
Kiel auslaufend tauchte an Backbordseite die allabendlich fahrende Stenafähre nach Schweden auf, da gutes Wetter herrschte waren viele Passagiere an Oberdeck.

In mir reifte ein Gedanke. Der Wind passte, also flugs ans Telefon und den Fahrmaaten vo K7 rangeholt es war OMT Heisterkamp, auch Elvis genannt, und immer für einen Spass zu haben. Kurze Einweisung in die Lage, und auf meinen Zuruf die Kesselgebläse runtergefahren, es passte genau, der Heizergruss war so schwer, dass er ziemlich flach übers Wasser trieb und die Fähre in schwarzen Rauch einhüllte.

Nebeneffekt: sämtliche, zuvor noch fröhlichen, den Jungs von der Marine zuwinkende Passagiere, waren von Oberdeck verschwunden. Diese Sache blieb auch der Brücke nicht verborgen. Es folgte prompt der Ausruf: "Kesselmeister nach K7" und eh ich mich versah kam er auch schon an Backbord nach Achtern gelaufen. Mir blieb nur noch Zeit zu sagen: „Kesselmeister kommt“, und schon war ich verschwunden.

OMT Heisterkamp in seiner Not fuhr die Kesselgebläse so apprupt hoch, dass das nicht verbrannte ÖL/ Kohlenstoffgemisch durch die schlagartige Luftzufuhr durchzündete und eine 3-4 Meter hohe Stichflamme aus dem Schornstein kam. Das Donnerwetter des Kesselmeisters, das OMT Heisterkamp sich dann anhören musste, war gewaltig. Außerdem musste er nach "Feuer aus" so lange an Bord bleiben, bis die Temperatur im Schornstein soweit runter waren, dass er dort hinein konnte, um die dort laufenden Rohre der Speisewasservorwärmung auf eventuelle Schäden zu überprüfen.

Im Nachhinein war der Spaß die Sache Wert.

 

 

Fred Reimann OMT 41/Z4